Spaziergänge in Rom

by jho on December 27, 2011

Ich liebe Rom und ich liebe die Bücher von Marco Lodoli. Ursprünglich erschien die Texte als Kolumnen in der italienischen Tageszeitung La Rebbublica.

Sie beschreiben kleine Inseln in Rom abseits der Touristenpfade, an denen man das besondere, das ursprüngliche Rom spüren kann. Spaziergänge zu Orten die man im Getümmel und angesichts der großen und bekannten Sehenswürdigkeiten leicht übersieht. Allerdings sind sie nichts für denjenigen, der das monumentale Rom sucht, sondern sie sind so leise und subtil, dass man schon das besondere suchen muss, um sie schätzen zu können.

Wer Rom abseits der ausgetretenen Pfaden entdecken möchte, der findet hier bestimmt Inspiration.

Marco Lodoli, Spaziergänge in Rom

Marco Lodoli, Inseln in Rom

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Das Manifest gegen die Nachhaltigkeit

by jho on November 6, 2011

Nachhaltigkeit ist ein brennendes Thema. Die Zeitungen sind voll von Berichten, Konferenzen werden abgehalten, Werbekampagnen gestartet und offizielle Preise verliehen. Eigentlich sollten wir alle glücklich sein, gesund ernährt, mit ökologisch produzierten Nahrungsmittel, gekleidet in Kleidung aus kbA Rohstoffen, und der Umwelt und allen Menschen geht es gut. Wir alle?

Nein, zwei Menschen sind damit nicht einverstanden. Gegen dieses einhellige und gegenseitige auf die Schultergeklopfe von Konsumenten, Handel, Industrie, Beratern und Politikern verfassten sie das “Manifest gegen Nachhaltigkeit” und veröffentlichten es am Freitag in der TAZ. Autoren sind die frisch gebackene Trägerin des Sonderpreises des Rates für Nachhaltigkeit der Bundesregierung, Sina Trinkwalder und Eike Wenzel, Gründer des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung und Ethnologe der deutschen LOHAS.

Die sozialen Medien von Twitter, Google+ bis Facebook sind voll des Lobes für das Manifest, das endlich mal die Wahrheit auszusprechen scheint. Insbesondere weil es, so hört man, einigen großen Zeitungen und Zeitschriften der Republik die Veröffentlichung als zu gefährlich erschien und sie diese ablehnten.

Aber was ist nun das “Revolutionäre”, das “Gefährliche” an diesem Manifest? Einfach fiel es mir nicht, dass zu erkennen, denn es ist nicht gerade verständlich und einprägsam geschrieben. Ich versuche mal an dieser Stelle für mich zusammenzufassen, was ich meine, aus dem Anti-Nachhaltigkeits Manifest ableiten zu können.

Was kritisiert das Manifest?

Nachhaltigkeit, CSR, LOHAS, Bio, Klimaschutz, soziale und gesellschaftliche Verantwortung werden nicht gelebt und Stück für Stück besser gemacht, sondern sind leere Sprüche. Sprüche nur dazu gemacht, um

  • mehr Sachen teurer verkaufen zu können
  • das schlechte Gewissen des Konsumenten zu beruhigen
  • damit alles genauso weiter läuft wie zuvor: profitieren und konsumieren

In der Rolle des Ablasshändlers tritt eine wachsende Schar, von Werbern, PR-Berater, Agenten, Zertfizierungsstellen und Journalisten auf, die die Geschichte der Nachhaltigkeit in schöne und emotionale Wohlfühlbilder und wissenschaftlich klingende Bestätigung des eigenen Gutseins verpacken. Bezeichnenderweise werben sie gerne mit dem Slogan “Gute Geschäfte mit gutem Gewissen”. Klarer ausgedrückt heißt es, dass sich mit dem guten Gewissen ein gutes Geschäft machen läßt. Denn für ihr gutes Image zahlen Unternehmen und Organisationen nicht aus ihrer Tasche, sondern lassen es den Verbraucher etwas kosten.

Aber die Verbraucher lassen sich das auch gerne gefallen, denn diese konsumieren ökologisch als Statussymbol. Denn es erlaubt, sich anderen gegenüber moralisch überlegen zu fühlen und dabei ein kuscheliges Gefühl des eigenen Gutseins zu haben. Und das für nur ein paar Euro extra, anstatt etwas ändern zu müssen. Dabei ersetzt das gute Gefühl häufig das eigene kritische Denken und konkretes Handeln.

Was muss anders werden?

  • ehrlich zu uns selbst und anderen sein
  • Verantwortung für uns selber, andere und die Umwelt übernehmen und leben
  • unser Glück zu suchen und nicht im Materiellen zu finden
  • in der gleichen Region produzieren, in der auch verbraucht wird; mit nachwachsenden Rohstoffen und Menschen aus der Region zu fairen, menschenwürdigen Löhnen und Preisen
  • nicht unseren Reichtum auf der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Armut in anderen Teilen der Welt begründen.
  • gesellschaftlichen Nutzen vor Eigennutz stellen
  • in der Bilanz nachvollziehbar sichtbar machen, wie viel natürliches und soziales Kapital durch das Unternehmen geschaffen oder vernichtet wurde
  • Produkte entwickeln, die zu 100% wiedernutzbar sind oder unter natürlichen Bedingungen ohne Rückstände und ohne Schaden anzurichten, wieder in den Kreislauf der Natur zurückkehren

Was ist daran so revolutionär

Für mich ist der spannenste Aspekt das Bekenntnis zur Region und die Forderung, soziale und wirtschaftlich Gerechtigkeit gleichberechtigt neben die Ökologie zu stellen. Anscheinend ist es revolutionär genug, Tatsachen zu nennen und Taten zu fordern, anstatt sich zusammen auf die Schultern zu klopfen, und nichts zu ändern.

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Müdigkeitsgesellschaft

October 23, 2011

Jedes Zeitalter hat seine Krankheiten, schreibt der aus Korea stammende Philosoph Byung-Chul Han aus Karlsruhe in seinem Büchlein Müdigkeitsgesellschaft. Unsere sind Depression, AHDS und Burnout. Während Medien, Politiker das vermeindlich Fremde als Bedrohungen thematisieren, geht laut Han die moderne Leistungsgesellschaft an ihrer eigene Positivität zugrunde. Ausseinandersetzung mit dem Fremden folgen dem Konfliktmuster eine Virusinfektion. Virale [...]

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Der neue Terrorismus kommt nicht aus dem Netz, sondern es fehlt eine neue Ethik

August 4, 2011

Blogger, Neue Bohème Apologet, Interneterklärer, Rentenexperte und nun auch Terrorexperte des Spiegels, Sascha Lobo ist auf dem Weg der Elmar Theveßen der Generation Facebook zu werden. In seiner aktuellen Kolumne “Der neue Terrorismus kommt aus dem Netz”, argumentiert er am Kern der Sache vorbei und liefert denen, die er kritisieren will, weitere Munition gegen ein freies Internet. [...]

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Barfuss durch die Alpen

July 22, 2011

Zurück zu einer natürlichen Bewegung, das bieten Barfußschuhe wie Vibram FiveFingers. Skeptisch sind viele, wie ich bei meinen Wanderungen mit ihnen erleben durfte. Dabei vermitteln sie ein tolles Laufgefühl und kräftigen den Bewegungsapparat. Aufmerksam auf die Vibram FiveFingers wurde ich durch das Buch „The Primal Blueprint“ von Mark Sisson. Mark empfiehlt Barfußgehen bzw. das Tragen [...]

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Die größten Rätsel der Philosophie

March 26, 2011

Das Spektrum der Wissenschaft setzt sich eher seltener mit philosophischen Fragen auseinander. Das sich die wissenschaftliche Monatszeitung jetzt gar in einer 12-teilige Serie dem aktuellen Stand der Philosophie widmet, sei einer neuen Generation von Philosophen geschuldet, die sich und die Welt neu unter die Lupe nehmen. Diese sei insbesondere auf die gewachsene Verbreitung der analytischen [...]

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Die richtige Frage ist wichtiger als die Antwort

February 2, 2011

Unsere Kultur bevorzugt denjenigen der Antworten hat. Im Beruf sind schnelle Antworten gefragt, so demonstriert man Kompetenz. Schon in der Schule lernen wir, dass nur die richtigen Antworten einen weiterbringen. Es gibt es auch fast immer nur eine richtige Antwort auf die Frage, nämlich die des Lehrers. Wenn es aber auf eine Frage mehr als [...]

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Brauchen Unternehmen Werte?

February 1, 2011

Gestellt wurde diese Frage durch einen Status Update eines Freundes auf Facebook. Wertdiskussionen in Unternehmen seien vergeudete Zeit, da Unternehmen nie das leben, was sie in ihre Unternehmenswerte schreiben. So ist der überwiegende Tenor der darauf anschliessenden Kommentare. Für mich stellt sich diese Frage nicht: Unternehmen handeln und belohnen mit Boni Führungskräfte für die Erreichung [...]

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Entspannt Reisen

December 27, 2010

Schneechaos allerorten. Autobahnen sind verstopft, auf Flughäfen und Bahnhöfen geht nichts mehr oder nur mit großer Verzögerung. Menschen brüllen sich an, twittern ein #fail nach dem anderen und immer sind die Bahnen, Fluggesellschaften und andere die Versager. Wenn ich den Erzählungen über die letzte Horrorreise Anderer zuhöre, wundere ich mich immer. Obwohl ich pro Woche [...]

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Orientierung im Wandel

November 3, 2010

Spätestens seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise ist klar, dass wir in Zeiten des Umbruchs leben. Die Fundamente und Eckpfeiler die unsere Gesellschaft und oft auch unser Leben zusammengehalten haben, beginnen zu wackeln oder sind bereits gestürzt. Viele befinden sich auf der Suche nach Orientierung, etwas das Halt gibt. Nation, Religion, Familie erstarken wieder als Bezugspunkte [...]

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